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PWV 13

Do you know Emperor Joe?

Kategorie: Kammermusik
Jahr: 1982
Dauer: 23:00
Besetzung: Brass-Quintett
Anmerkung zum Titel:
1. Brass-Quintett
Geschrieben für Vienna Brass
Bläser-Suite aus der Theatermusik
zum Stück von Herzmanovsky-Orlando

Uraufführung:
1982
Volksschauspiele Telfs

 

Disco
Es leben die Röslein (2008)
a-naa-nas ba-naa-nas etc. (2002)
Nouvelle Vague – Jean-Luc Godard (1997)
A-NAA-NAS BA-NAA-NAS (1990)
That's Brass (1989)
EU (1986)


Noten
Do you know Emperor Joe?

 

 

   

Sätze oder Tracks

02. Satz

Titellos

03. Satz

Landleben

04. Satz

Nachmittag eines Vormittags

05. Satz

Tanz der Salmonellen

06. Satz

Tetere – Tee

07. Satz

Schmalspur – Polka

08. Satz

Wer hat Dir – Du schöner Wald – eine vor den Latz geknallt?

09. Satz

Barfuß – Schuh – Plattler

10. Satz

Gia ma bold hoam!

11. Satz

Ja. Wir sind mit dem Radd hier!

12. Satz

Italienischer Sabeltanz

13. Satz

Von Josef für Josef

15. Satz

Idylle & Krawalle

16. Satz

Vom Leben (Dur & Moll)

17. Satz

Compliments to Great Britain

18. Satz

Die Donau ist blau – wer nicht?

01. Satz

Fine – Intrada

 
     
       

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Text(e) zum Werk
Entstehungsgeschichte

Angeregt durch den Tiroler Trompeter Rudi Korp Junior schreibt Werner Pirchner ein Werk für Blechbläser im Auftrag der Volksschauspiele Telfs zum Bühnenstück »Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter« von Fritz von Herzmanovsky-Orlando.

Bereits im selben Jahr der Uraufführung der Bühnenmusik, 1982, beginnt Werner Pirchner das ursprünglich mit 2 Trompeten, Horn, Tub, mehreren Gesangssolisten, Klavier und einer Rhythmusgruppe instrumentierte und besetzte Stück umzuschreiben:
Es entsteht die 18-sätzige Suite für Blechbläserquintett mit dem Titel
»Do you know Emperor Joe«.

Aufgeführt und aufgenommen
(für die CD EU) wurde das Stück u.a. vom Wiener Blechbläserquintett PRISMA.

     
       

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Text(e) zum Werk
Jean LucGodard

Da ist ein Mann namens Pirchner, der in Tirol lebt, für sich arbeitet. Als ich das eine oder andere Stück dieser Art gehört habe, sagte ich mir: Es muss möglich sein, damit einen Film zu machen.
1990, Cannes

     
       

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Text(e) zum Werk
A-NAA-NAS BA-NAA-NAS
Manfred Sack, Die Zeit, Nr. 28-5., Juli 1991
Zeit zum Hören

Mit neun wollte er, wie der Vater »Ziachorgel« spielen. Mit elf lernte er im Chor singen und Noten lesen, hörte aber bald wieder auf: »Die Frühmesse war immer schon um sechs, das war mir einfach zu heavy«, sagte er in einem Interview. Mal hatte er in Musik »auch einen Fünfer gehabt…, da war ich auch ganz schlimm«, aber eigentlich war's der Lehrer. Denn Musik faszinierte den Tiroler Werner Pirchner von früh an und bald so heftig, daß er, wo und wie immer es ging, danach langte – und probierte und lernte und komponierte, bis er auf einmal merkte, »daß Musik ein Beruf ist«. Er spielte in Lokalen auf, komponierte später fürs Fernsehen, für die Bühne, für den Film.


1973 kam seine erste Schallplatte heraus, »ein halbes Doppelalbum«, es folgte »EU«, ein wirkliches Doppelalbum und interessanterweise in der »klassischen« Abteilung der Firma ECM, genannt »New Series« – und genauso war's gemeint: E(rnste) und U(nterhaltende) Musik in einem, untrennbar, also EU. Diese geistreiche, überraschende, schwungvolle Publikation eines Spaßbösmachers hat nun eine Fortsetzung erfahren in »A-naa-nas Ba-naa-nas«, mit Bläsermusik, gespielt von den Vienna Brass, fünf philharmonischen Meistern auf Trompete, Flügelhorn, Waldhorn, Posaune und, wie anders, Tuba.


Und wie schön, daß auch die schon auf »EU« verewigte Suite »Do you know emperor Joe?« im Programm ist – und, scheint mir, noch besser gespielt wird als vordem. Unter den Satzbezeichnungen findet man den »Nachmittag eines Vormittags« (der auch so klingt) und »Wer hat Dir – Du schöner Wald – eine vor den Latz geknallt?«, auch »Die Donau ist blau – wer nicht?«. All diese kunstvollen Albernheiten waren von Fritz von Herzmanovsky-Orlandos Stück vom »Kaiser Josef und der Bahnwärterstochter« inspiriert worden, dem sie 1982 als Bühnenmusik beigegeben waren: kongeniale Ergänzung.


Alles, was es darüber zu sagen gibt, gilt auch für die (wie alle Stücke nach dem PWV, dem Pirchner-Werkverzeichnis, gezählte) Komposition »Die Bewässerung von Mitteleuropa« (Nr. 39) oder »Die milde Jagd« aus den »König-Hirsch-Duetten für tiefes Blech« (PWV 43): mit dramaturgischem Raffinement gearbeitete, (volks)tänzerische und geistreiche, eine leidenschaftlich persiflierende, eine den Hörer aufwiegelnde Musik. Lustig die wiegenden, verschobenen, stolpernden Rhythmen, vergnüglich die kessen, barsch verrückten Harmonien mitsamt ein paar »falschen« Tönen.


Überall blinzelt Volksmusik hindurch – immer aber ist auch klar, daß Tanzboden und Kammermusiksaal dicht beieinander liegen und manchmal eines sind – eine Erfahrung, zu der nicht zuletzt das ausgezeichnete Bläserquintett beiträgt: mit Temperament und Virtuosität. Die fünf schmettern, schmachten, strahlen und säuseln, sie tanzen, singen (tatsächlich) und spotten und sind, wie die Musik es ihnen nahelegt, auch mal wehmütig versonnen 29 Stücke, 29 Wonnen.


Nun wäre es nicht fair, Lydie Auvray daran zu messen – sie macht etwas Verwandtes, aber ganz etwas anderes. Die Französin spielt, was Pirchner seine Ziachorgel nannte, Akkordeon. Sie spielt so gut, wie man es nur kann und macht: Akkordeonmusik. Und das sind hier flinke und langsame Walzer, Musettewalzer, Blues- und Jazzwalzer. Gleich, wovon und aus welcher musikalischen Region in der weiten Welt sich die Musikerin hat anregen lassen: kein Takt ist gekünstelt, keine Stimmung erzwungen. Sie macht, von einer kleinen ausgesuchten Truppe begleitet, nichts anderes als unterhaltende, zum Tanzen einladende, erstklassige Musik – mit solider Meisterschaft.


»In der sogenannten klassischen Musik«, sagte Werner Pirchner, »waren die guten Komponisten alles gute Musiker. Der Bach war ein guter Musiker, Mozart hat drauftupft wie ein Mörder, Beethoven war sowieso in Schuß, der Schubert hat wahrscheinlich gegeigt wie ein Aff', der Schumann, bis ihm der Finger eingerostet ist, und so weiter.« Und der Pirchner und die Auvray? Desgleichen: gute Komponisten, gute Musiker, also gut »in Schuß«.

Die Zeit, Nr. 28-5. Juli 1991
Von Manfred Sack